She made my day!

Seit der 5. Klasse kenne ich Christine als eine kleine, zarte, leise und schüchterne Schülerin, die sich nie zu melden traut. Und doch war von Anfang an zu ahnen, dass ihr ein leiser Schalk im Nacken sitzt. Wenn der Lehrer nicht hinschaute, blitzte es ein wenig in ihren Augen und schnell wandte sie sich an ihre Sitznachbarin, um einen unauffälligen, gedämpft geführten Austausch zu beginnen, der schnell abgebrochen wurde, wenn der Lehrer mißbilligend den Kopf wandte.

Noch nie hatte ich, wenn sie sich meldete, einen anderen Satz von ihr gehört als „Je peux aller aux toilettes?“ Der Zweifel nagte an mir, was sie wohl aus dem Unterricht mitnähme, dem sie so still folgte. Nun stand vor einigen Monaten bei der gemeinsamen Erstellung einer kleinen Geschichte die Frage im Raum, mit wem denn die Hauptperson durch den Zoo ginge, und minutenlanges Gelächter folgte auf die zielsicher von Paul in den Raum geworfene Antwort: „Rotarschpavian!“, was ich harmlos mit „pavian rouge“ übersetzte.

Wie enthusiastisch stimmt mich letzte Woche, dass auf meine Frage, mit wem denn Holger gern nach Madagaskar fahren würde, Christine sich meldete und verschmitzt äußerte: „Avec un pavian rouge“. Voller Stolz hob ich ihren Beitrag hervor: „Christine, c’est génial!“

Verblüffen uns vermeintlich stille Schüler nicht oftmals? Wir können in ihre Köpfe und Herzen nicht unbedingt hineinsehen. Mein Schulvormittag ging jedenfalls beschwingt zu Ende!

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