Comprehensible Input über Bilder

Bilder vermitteln klarer und unmissverständlicher als rein auditiver Input Bedeutung, denn jeder hat das Bild direkt vor sich. Es lassen sich auch Schüler ansprechen, denen zu Hause, vor dem Bildschirm oder in der Schule die Phantasiekräfte abhanden gekommen sind.

Ich muss mir natürlich stets überlegen, zu welchem Zweck ich ein Bild einsetze: Will ich einen beliebigen Gesprächsanlass schaffen? Will ich ein bestimmtes Vokabular einführen, das z. B. für eine Lektüre gebraucht wird? Will ich Wortschatz oder Grammatik wiederholen? Was auch immer ich im Sinn habe, ich darf nicht in den Fehler von Lehrbüchern verfallen, die schon in der Mittelstufe die Schüler mit umfangreichen Themenwortschatz-Listen überhäufen; man braucht sich dann nicht zu wundern, dass das scheinbar gelernte Vokabular schnell wieder in den Tiefen des Vergessens verschwunden ist.

So wäre es z. B. unsinnig, die Präpositionen geballt in großer Zahl auf einmal einführen zu wollen. Wohl aber kann ich mit Hilfe von Bildern die in der 5. und 6. Klasse erworbenen Präpositionen in der 7. Klasse wiederholen und festigen. Gern nehme ich dafür die selbst gezeichnete, von Schülern gefertigte oder einem Buch entnommene Skizze eines beliebigen Dorfes. (Eine Zeichnung, die einen großen Wortschatzbereich abdeckt und sogar die gängigen Präpositionen in ihrer beispielhaften Verwendung enthält, ist auf der Privat-Seite zu finden.)

Wir personalisieren den Unterricht, indem wir dem Dorf einen Namen geben (in diesem Jahr: Hollywood-sur-Plage), es als „unser“ Dorf bezeichnen, festlegen, wer in welchem Gebäude wohnt, u. U. auch wer Bürgermeister, Bäcker, Lehrer oder Cafébesitzer ist. Wir beschreiben uns selbst und unsere Familie; danach schildern wir, was es alles wo in unserem Dorf gibt.

Die Schülern wiederholen die verschiedenen Satzstrukturen, z. B.: „Un hôtel est au bord du fleuve.“ oder: „Derrière la mairie, il y a un restaurant grec.“ und lernen neu: „Sur la place du Marché se trouve une statue.“ Wir beschreiben das Dorf mündlich und schriftlich und erfinden ggf. kleine Geschichten um die Dorfbewohner, also uns.

Man kann auch die vorgegebene Zeichnung als „Dorf von Max“ bezeichnen und die Schüler dann eigene Dörfer entwerfen und zeichnen lassen. Dies ist allerdings zeitaufwändig und fördert nicht unbedingt den Verbleib in der Fremdsprache.

Möchte man in der 7. oder einer späteren Klasse an diese Einheit anknüpfen, wären z. B. folgende Schritte sinnvoll:

– Dorfbeschreibung im Imparfait (Wie war es damals?): Au centre du village, il y avait la mairie. Etc.

– Beschreibung von Veränderungen gegenüber damals im Passé composé: Qu’est-ce qui a changé? – On a démoli la ferme au bord du village. On a construit un centre commercial. Etc.

– Beschreibung des aktuellen Dorfbildes im Präsens und geplanter Veränderungen im Futur.

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Ein Kommentar zu Comprehensible Input über Bilder

  1. Charlotte sagt:

    Klasse Idee! Danke. Werde ich bestimmt mal ausprobieren.

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