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	<title>Teaching with Comprehensible Input!</title>
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	<description>Input-basierte Sprachlehrmethoden im Schulalltag</description>
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		<title>Mateo Falcone</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 13:37:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Embedded Reading]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine packende Erzählung von Proper Mérimée (1803 &#8211; 1870) ist &#8220;Mateo Falcone&#8221;, entstanden 1829. In acht kurzen Abschnitten lesen wir eine Geschichte um Ehre, Gastfreundschaft und Gerechtigkeit mit einem dramatischen Ende. Obwohl die 16 Seiten lange Erzählung sich aufgrund ihres &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=359">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine packende Erzählung von Proper Mérimée (1803 &#8211; 1870) ist &#8220;Mateo Falcone&#8221;, entstanden 1829. In acht kurzen Abschnitten lesen wir eine Geschichte um Ehre, Gastfreundschaft und Gerechtigkeit mit einem dramatischen Ende. Obwohl die 16 Seiten lange Erzählung sich aufgrund ihres sprachlichen Anspruchs eher für eine 11./12. Klasse eignet, ist die zu Urteilen herausfordernde Handlung hervorragend für eine 9. Klasse geeignet. Sie schildert einleitend Details der korsischen Kulturlandschaft und gibt, auch wenn Mérimée aus Büchern schöpfte und Korsika erst 1839 bereiste,  Einblicke in das Wesen der Korsen im 19. Jahrhundert.</p>
<p>Um die Erzählung Neunt-Klässlern zugänglich zu machen, ist eine Vorbereitungsphase und eine gute Aufbereitung des Textes für die Schüler erforderlich. Ich begann mit einer Karte Korsikas, einigen Auszügen aus &#8220;Astérix en Corse&#8221; und einem kleinen Dia-Vortrag mit Bildern von meinem Korsika-Urlaub 1981. Zur sprachlichen Vorbereitung verwendete ich eine Unterrichtsstunde auf die Formen des &#8220;Passé simple&#8221; und das Gérondif (Gerundium).</p>
<p>Den Text selbst lesen wir als &#8220;gestaffelte Lektüre&#8221; (embedded reading):</p>
<p>Dazu kürze ich den Text jedes Original-Abschnitts auf eine Basisfassung (mit ganz wenigen behutsamen Vereinfachungen) und eine erweiterte Fassung, die wir nacheinander in der Klasse lesen, bevor ich schließlich die Originalfassung den besten Schülern und einigen Freiwilligen zur häuslichen Lektüre aushändige. Alle drei Fassungen enthalten neben dem Text Vokabelerklärungen. Da das Copyright für den Text schon lange nicht mehr besteht, gibt es von dieser Seite keine Probleme. So sieht die Basisfassung des ersten Abschnitts aus (unterstrichene Wörter sind übersetzt):</p>
<table width="539" border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="340">Quand on sort de Porto-Vecchio et se dirige au nord-ouest, vers <span style="text-decoration: underline;">l’intérieur</span> de l’île, on voit le terrain <span style="text-decoration: underline;">s’élever</span>, et, après trois heures de marche, on se trouve sur le bord d’un maquis. Le maquis est la <span style="text-decoration: underline;">patrie</span> des <span style="text-decoration: underline;">bergers </span>corses et des bandits. <span style="text-decoration: underline;">Il faut</span> savoir que le paysan corse ne veut pas <span style="text-decoration: underline;">fumer</span> son <span style="text-decoration: underline;">champ </span>; alors il met le feu au <span style="text-decoration: underline;">bois</span>, et <span style="text-decoration: underline;">sème </span>sur cette terre <span style="text-decoration: underline;">fertilisée</span>. <span style="text-decoration: underline;">Au printemps suivant</span>, les <span style="text-decoration: underline;">racines</span> des arbres qui sont restées en terre, <span style="text-decoration: underline;">poussent</span> des <span style="text-decoration: underline;">branches épaisses</span> qui arrivent à une <span style="text-decoration: underline;">hauteur </span>de sept ou huit pieds. C’est le maquis corse. <span style="text-decoration: underline;">Si</span> vous avez tué un homme, allez dans le maquis de Porto-Vecchio, avec un bon <span style="text-decoration: underline;">fusil</span> et un manteau brun. Les bergers vous donnent du lait, du fromage et des <span style="text-decoration: underline;">châtaignes</span>, et vous n’avez <span style="text-decoration: underline;">rien à craindre</span> de la justice.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die mittlere Fassung und das Original des ersten Abschnitts finden Sie <a title="hier" href="http://dl.dropbox.com/u/1812931/MATEO%20FALCONE%20ch1.pdf" target="_blank">hier</a>. Die gesamte Erzählung in allen drei Fassungen ist über die Privat-Seite zugänglich; der Zugang dazu ist <a title="Einladung" href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=310" target="_blank">hier</a> beschrieben.</p>
<p>Zur Methodik des Lesens hier eine von mehreren Varianten:</p>
<p>1) Ich lese einen Absatz laut vor.</p>
<p>2) Die Schüler lesen den Absatz still und markieren noch unbekannte Wörter.</p>
<p>3) Sie erfragen die Wörter: &#8220;Ligne 3, que veut dire &#8216;chemin&#8217;?, die ich dann mit Übersetzung an die Tafel schreibe.</p>
<p>4) Wir übersetzen gemeinsam im Chor oder einzeln stückweise.</p>
<p>5) Ich stelle Fragen zum Text oder zum vermuteten Fortgang.</p>
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		<title>Regeln und Erwartungen</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 06:21:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein wichtiges Forum für den angehenden und erfahreneren Comprehensible Input-Lehrer ist diese Yahoo Group: http://groups.yahoo.com/group/moretprs/. Zwar muss man Mitglied sein, dies ist aber schnell erledigt. In einer kleinen Serie zu Regeln und Erwartungen (auch nachzulesen unter ihrem eigenen Blog, siehe rechts) &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=346">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein wichtiges Forum für den angehenden und erfahreneren Comprehensible Input-Lehrer ist diese Yahoo Group: <a title="http://groups.yahoo.com/group/moretprs/" href="http://groups.yahoo.com/group/moretprs/" target="_blank">http://groups.yahoo.com/group/moretprs/</a>. Zwar muss man Mitglied sein, dies ist aber schnell erledigt. In einer kleinen Serie zu Regeln und Erwartungen (auch nachzulesen unter ihrem eigenen Blog, siehe rechts) schreibt Laurie Clarcq zum Thema Disziplin:</p>
<p>“We must connect with the class in order to let each student know that we are here, that we are glad that they are here, and that we will be making the decisions that direct what happens in the room.”</p>
<p>Wenn eines dieser drei Elemente an einem beliebigen Tag nicht vorhanden ist, dann sehen wir, wie einzelne Schüler oder gar die ganze Klasse uns allmählich entgleiten.</p>
<p>&#8220;Discipline precedes instruction.&#8221; heißt es bei Susan Gross. Erst nehmen wir Kontakt zur Klasse auf, dann vermitteln wir: Ich bin da. Ich bin froh, dass ihr da seid. Ich treffe die letzten Entscheidungen. Doch das ist natürlich nicht alles. Laurie fährt fort:</p>
<p>&#8220;Natürlich spielen noch viele, viele andere Dinge eine Rolle: Ich bin hier, weil es mir wichtig ist. Ich bin hier weil ich mich in meinem Fach auskenne. Ich bin hier, weil ihr mir wichtig seid. Ich bin hier, weil ich hier sein will. Ich bin froh, dass ihr in meiner Welt seid. Ich bin froh, dass Ihr heute gekommen seid. Ich bin froh, dass ihr euch bemüht. Ich bin froh, dass ihr mir vertraut. Ich bin froh, dass ihr existiert. Ich werde euch zuhören. Ich werde eure Gedanken und Gefühle berücksichtigen. Ich werde auf euch aufpassen. Ich werde die guten Dinge in euch sehen. Ich werde euch die schwierigen Dinge verzeihen. Ich habe Vertrauen in euch. Ich habe Vertrauen in den künftigen Erwachsenen vor mir. Ich werde das Kind in euch ehren. Ich kann große Dinge in euch sehen. Ich werde nicht zulassen, dass ihr euch verletzt. Ich werde nicht zulassen, dass ihr andere verletzt. Ich werde nicht zulassen, dass andere euch verletzen. Ich werde euch helfen, mit Problemen umzugehen. Wir haben alle Kämpfe auszutragen. Wir habe alle Gefühle. Jeder zählt. Ich bin der Erwachsene und werde mein Bestes tun, mich jederzeit wie einer zu verhalten. Ich werde daran denken, dass ich zwar der Erwachsene bin, aber nicht immer Recht habe. Ich werde versuchen, jedes Verhalten vorzuleben, dass ich von euch erwarte &#8230; vor allem Vergebung. Ich werde die Führung übernehmen. Ich werde dieVerantwortung tragen. Ich werde dies in die Tat umsetzen.&#8221;</p>
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		<title>Julian Treasure: 5 ways to listen better</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Mar 2012 14:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine unerschöpfliche Fundgrube für innovative Ideen sind die TED-Talks von http://www.ted.com: Ideas worth spreading. Hier spricht Julian Treasure über die Bedeutung des Zuhörens in der Kommunikation und gibt fünf Tipps, seine Fähigkeit dazu zu verbessern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine unerschöpfliche Fundgrube für innovative Ideen sind die TED-Talks von <a title="http://www.ted.com/" href="http://www.ted.com/" target="_blank">http://www.ted.com</a>: Ideas worth spreading. Hier spricht Julian Treasure über die Bedeutung des Zuhörens in der Kommunikation und gibt fünf Tipps, seine Fähigkeit dazu zu verbessern.</p>
<p><object width="526" height="374" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="bgColor" value="#ffffff" /><param name="flashvars" value="vu=http://video.ted.com/talk/stream/2011G/Blank/JulianTreasure_2011G-320k.mp4&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/JulianTreasure_2011G-embed.jpg&amp;vw=512&amp;vh=288&amp;ap=0&amp;ti=1200&amp;lang=fr&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=julian_treasure_5_ways_to_listen_better;year=2011;theme=how_the_mind_works;event=TEDGlobal+2011;tag=arts;tag=culture;tag=sound;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" /><param name="src" value="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" /><param name="pluginspace" value="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed width="526" height="374" type="application/x-shockwave-flash" src="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" wmode="transparent" bgColor="#ffffff" flashvars="vu=http://video.ted.com/talk/stream/2011G/Blank/JulianTreasure_2011G-320k.mp4&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/JulianTreasure_2011G-embed.jpg&amp;vw=512&amp;vh=288&amp;ap=0&amp;ti=1200&amp;lang=fr&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=julian_treasure_5_ways_to_listen_better;year=2011;theme=how_the_mind_works;event=TEDGlobal+2011;tag=arts;tag=culture;tag=sound;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" pluginspace="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" /></object></p>
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		<title>5./6. Klasse (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 08:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Circling]]></category>
		<category><![CDATA[Comprehensible Input (CI)]]></category>

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		<description><![CDATA[Besonders in der 5. Klasse ist kein Tag wie der andere. So viele äußere Faktoren beeinflussen den Unterrichtsalltag, dass unabhängig von der Art der Vorbereitung keine Vorhersage für den jeweiligen Tag möglich ist. Manchmal ist die Konzentrationsspanne eines Großteils einer &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=324">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Besonders in der 5. Klasse ist kein Tag wie der andere. So viele äußere Faktoren beeinflussen den Unterrichtsalltag, dass unabhängig von der Art der Vorbereitung keine Vorhersage für den jeweiligen Tag möglich ist. Manchmal ist die Konzentrationsspanne eines Großteils einer Gruppe so gering, dass kaum zehn Minuten am Stück gearbeitet (oder auch sich zwanglos amüsiert) werden kann, ohne dass ein Methodenwechsel erforderlich ist. An manchen Tagen kommen wir kaum ein Stück voran. Bei zwei Wochenstunden in der 5. Klasse (statt drei, da die Klasse auf Forderung der Sprachlehrer geteilt unterrichtet wird) kann sich die Erarbeitung einer Geschichte über Wochen hinziehen.</p>
<p>Wir begannen so:</p>
<p>Classe, il y avait &#8211; un garçon ou une fille? (Verschiedene Vorschläge, ich entscheide: une fille!)</p>
<p>Comment s&#8217;appelait la/cette fille? Est-ce qu&#8217;elle avait faim? Est-ce que la fille voulait manger? Alors où est-ce qu&#8217;elle est allée? Avec qui? (Nach vielen Vorschlägen, die ich ablehne [Non, classe, elle n'est pas allée à la pizzeria.] akzeptiere ich folgende Version:</p>
<p>Correct. Claire est allée au restaurant grec avec Justin Bieber.</p>
<p>Dann erfrage ich, was die beiden dort essen und ob das Essen gut war. Justins Speise war sehr gut, Claires war schrecklich. Est-ce que Claire est fâchée? &#8211; Oui. Est-ce que Justin est fâché? Oui, il est très fâché. Pourquoi? Parce que son amie Claire a mangé une baguette au fromage horrible!</p>
<p>Nun wird die Geschichte auf zwei weitere Orte mit neu zu wählenden Speisen ausgedehnt, und am Ende ist alles gut. Claire und Justin sind zufrieden: Ils sont contents.</p>
<p>Immer wieder rekapituliere ich mit Hilfe der Schüler zwischendurch den Stand der Geschichte, am Ende einer Stunde steht häufig ein kleines &#8220;Quiz&#8221;: Ca. 7 Aussagen sollen als richtig oder falsch erkannt werden; dazu kreuzen die Schüler auf vorbereiteten halben Blättern jeweils &#8220;Oui&#8221; oder &#8220;Non&#8221; an.</p>
<p>In der folgenden oder den beiden folgenden Stunden lesen wir eine Variante unserer ausgearbeiteten Geschichte. Den Lesetext hierzu finden Sie auf der Privat-Seite. Der Zugang dazu ist <a title="hier" href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=310" target="_blank">hier</a> beschrieben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>5. Klasse/6. Klasse</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 18:54:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Circling]]></category>
		<category><![CDATA[Comprehensible Input (CI)]]></category>
		<category><![CDATA[Personalisierte Fragen und Antworten]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach der Anfangsphase &#8211; wie weiter unten beschrieben &#8211; ging es im Neuen Jahr an erste Geschichten, die ich üblicherweise in der Vergangenheit bilden lasse, um von vornherein beweglich in mindestens drei Zeiten auf einmal zu werden. Zielstrukturen waren: avait &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=314">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der Anfangsphase &#8211; wie weiter unten beschrieben &#8211; ging es im Neuen Jahr an erste Geschichten, die ich üblicherweise in der Vergangenheit bilden lasse, um von vornherein beweglich in mindestens drei Zeiten auf einmal zu werden. Zielstrukturen waren:</p>
<p>avait faim (hatte Hunger)</p>
<p>voulait manger (wollte essen)</p>
<p>est allé(e) (ging, ist gegangen).</p>
<p>Im weiteren Verlauf der sich über ca. drei Wochen hinziehenden Geschichte kamen hinzu:</p>
<p>était bon/bonne (war gut)</p>
<p>horrible (schrecklich)</p>
<p>était fâché(e) (war wütend).</p>
<p>Wir begannen mit personalisierten Fragen und Antworten zu den ersten drei Strukturen. Diese können in der Gegenwart oder Vergangenheit sein. Beispiele:</p>
<p>Est-ce que Caroline a faim, classe? Est-ce que M. Anders a faim? Caroline, est-ce que tu as faim? (Antwort mit &#8220;je&#8221; ggf. leise vorsagen). Qui a faim?</p>
<p>Ebenso mit &#8220;veut manger/veux manger&#8221;. Dann: Qu&#8217;est-ce que Paul veut manger? Qu&#8217;est-ce que tu veux manger? Est-ce que X. veut manger un croissant ou une pizza? Où  est-ce que X. va? Est-ce qu&#8217;il va à la boulangerie ou au cinéma? Qu&#8217;est-ce qu&#8217;il mange?</p>
<p>Durch ständiges Variieren der Fragestellung, durch Vergleich mit dem Lehrer oder mit anderen Schülern wird eine große Anzahl von Wiederholungen der Strukturen angestrebt. Schließlich wollen wir im Laufe der Tage auf mindestens 70 Wiederholungen pro Zielstruktur kommen.</p>
<p>Fortsetzung in Kürze.</p>
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		<title>Einladung</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 18:57:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Allmählich finde ich wieder die Ruhe, neue Beiträge zu veröffentlichen und über aktuelle Entwicklungen bei der Fortschreibung Input-basierter Lehrmethoden zu berichten. Ich möchte in diesem Zusammenhang die überschaubare Schar regelmäßiger Besucher dieses Blogs einladen, Beiträge zu kommentieren oder in Relation &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=310">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allmählich finde ich wieder die Ruhe, neue Beiträge zu veröffentlichen und über aktuelle Entwicklungen bei der Fortschreibung Input-basierter Lehrmethoden zu berichten. Ich möchte in diesem Zusammenhang die überschaubare Schar regelmäßiger Besucher dieses Blogs einladen, Beiträge zu kommentieren oder in Relation zu eigenen Erfahrungen zu stellen. Wenn Sie sich rechts unten (unter &#8220;Meta&#8221;) mit Ihrer Email-Adresse und vollem Namen für den Blog registrieren und Sie mir persönlich bekannt sind oder in einer Nachricht Ihr besonderes Interesse plausibel machen, gebe ich Ihnen gern einen Mitarbeiter-Status (&#8220;contributor&#8221;), mit dem Sie, wenn Sie eingeloggt sind, auch Zugang zur Privat-Seite und damit zu nicht-öffentlichen Inhalten erhalten. Ihre Daten sind anderen Nutzern nicht sichtbar und ich werde sie selbstverständlich in keinem Fall an Dritte weitergeben.</p>
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		<title>Stephen Krashen: Die Netz-Hypothese. Plädoyer für nicht-zielorientierten Verständlichen Input</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 13:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Comprehensible Input (CI)]]></category>

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		<description><![CDATA[Verbreitung des Entwurfs und Übersetzung mit Genehmigung des Autors / Sharing of  this draft and translation with permission of the author. In nahezu jedem Fremd- und Zweitsprachenunterricht gibt es eine &#8220;Regel des Tages&#8221; ebenso wie ein Vokabular, auf das die &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=253">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Verbreitung des Entwurfs und Übersetzung mit Genehmigung des Autors / Sharing of  this draft and translation with permission of the author.</strong></em></p>
<p>In nahezu jedem Fremd- und Zweitsprachenunterricht gibt es eine &#8220;Regel des Tages&#8221; ebenso wie ein Vokabular, auf das die Schüler sich konzentrieren sollen, oft als Zielgrammatik und -wortschatz bezeichnet. Übungen zielen in der traditionellen Pädagogik auf bewusstes Lernen dieser Zielgrammatik und dieses Zielwortschatzes. Beides wird in kurzen Lesetexten verwendet, die im Allgemeinen die Zielelemente gehäuft enthalten.</p>
<p>Eine Zielgrammatik und ein Zielvokabular sind ebenfalls im Unterricht mit TPRS anzutreffen sowie im modifizierten &#8220;Natural Approach&#8221;-Ansatz, wie man an den &#8220;Dos Mundos&#8221;-Lehrbüchern sehen kann, obwohl in beiden Fällen der unterbewusste Erwerb der Zielelemente anvisiert ist. TPRS bietet längere, interessantere Lesetexte und Unterrichtsgespräche, benutzt aber typischerweise einen Grammatik-Lehrplan.</p>
<p>Ich werde hier die Nachteile eines Grammatik-Lehrplans und von zielorientiertem Input im Allgemeinen darstellen, um im Anschluss Argumente dafür zu nennen, dass verständlicher Input mühelos die Nachteile eines Grammatik-Lehrplans kompensiert.</p>
<p><span class="Apple-style-span" style="color: #000000; font-size: 22px; line-height: 32px;">Probleme mit Grammatik-Lehrplänen<br />
</span></p>
<p><strong>Das Problem mit der natürlichen Reihenfolge</strong></p>
<p>Wie gut bekannt ist, haben Studien gezeigt, dass wir die Grammatik einer Sprache in einer voraussagbaren Reihenfolge erwerben und diese Reihenfolge nicht veränderbar ist. Damit ein grammatisches Element erworben werden kann, muss der Lerner bereit zum Erwerb dieses Elements sein. Es muss, in anderen Worten, dem jeweiligen i + 1 des Lerners entsprechen, wobei i gleich denjenigen Grammatikelementen ist, die er zuletzt erworben hat.</p>
<p><strong>Notwendigkeit von Interesse<span style="text-decoration: underline;"><br />
</span></strong></p>
<p>Das Ziel von Sprachunterricht ist es, Input zu bieten, der wirklich interessant ist, und zwar so interessant, dass die Schüler gewissermaßen &#8220;vergessen&#8221;, dass er in einer anderen Sprache geboten wird, oder besser: &#8220;begeisternd&#8221; (Krashen, im Druck). Die Hypothese vom begeisternden Input stellt klar, dass der Spracherwerb am besten vorankommt, wenn die ganze Aufmerksamkeit in einem Maße auf die Botschaft gerichtet ist, dass Angstgedanken oder Konzentration auf die sprachliche Form gar nicht erst aufkommen.</p>
<p>Die Hypothese vom begeisternden Input ist beeinflusst von der Idee des &#8220;Flow&#8221; (Csikszentmihalye, 1993). &#8220;Flow&#8221; ist der Zustand, den Menschen erreichen, wenn sie tief, aber anstrengungslos in eine Tätigkeit versunken sind. Im &#8220;Flow&#8221; verschwinden die Sorgen des Alltagslebens und sogar das Selbstgefühl; unser Zeitsinn verändert sich und nichts als die Tätigkeit scheint noch zu zählen. Das &#8220;Vergessen&#8221; und der &#8220;Flow&#8221; ereignen sich beim Lesen, wenn die Leser sich in einem Buch &#8220;verlieren&#8221;, wenn sie nur noch auf die Geschichte oder Textbotschaft achten. Wenn sich solches ereignet, geschieht Spracherwerb am effektivsten. Beachten Sie, dass diese Einstellung das Gegenteil von Meinungen ist, die sich auf die Form bzw. auf die sprachlichen Formen konzentrieren. Es ist sehr schwierig, begeisternde sprachliche Botschaften hervorzubringen, wenn die verborgene Grundidee der Relativsatz ist. Es ist in der Tat schon schwierig genug, wenn es keinerlei Zwänge in Bezug auf Wortschatz und Grammatik gibt.</p>
<p><strong>Das Problem der Wiederholung</strong></p>
<p>Traditionelle Sprachlehrmethoden arbeiten sich durch die sogenannte Grundgrammatik des ersten Lernjahres vor. Ist eine Grammatikregel erst einmal vorgestellt und geübt, taucht sie möglicherweise erst im zweiten Lernjahr wieder auf, wenn wir die gesamte Grammatik wiederholen, weil die Schüler im ersten Jahr nicht zu ihrer Beherrschung gelangt sind.</p>
<p><strong><strong><strong>Das Problem der nicht unterrichtbaren und nicht unterrichteten Grammatik</strong></strong></strong></p>
<p>Die im Unterricht vorgestellte Grammatik entspricht nicht annähernd der vollständigen Grammatik einer Sprache. Selbst die fortgeschrittensten Linguisten räumen ein, dass sie nur Bruchteile von Sprachen beschrieben haben. Außerdem enthalten Sprachlehrbücher nicht alles, was Linguisten beschrieben haben, und unterrichten Lehrer selten alles, was in den Texten enthalten ist.</p>
<p><strong>Leugnung von i + l</strong></p>
<p>Der sprachlich verarmte Input, der über Grammatiklehrpläne bereitgestellt wird, wird zur Folge haben, dass die Schüler nicht genügend Input von Strukturen bekommen, für deren Erwerb sie tatsächlich bereit sind. Grammatiklehrpläne setzen typischerweise leicht beschreibbare Elemente früh und komplexere später an; jedoch folgt die natürliche Erwerbsreihenfolge anderen Prinzipien. Manche Regeln, die dem Linguisten und Lehrer einfach erscheinen (z. B. die dritte Person Singular des Englischen), werden spät erworben, während andere, die komplex aussehen, früh erworben werden. Die früh erworbenen Elemente müssen im Input enthalten sein, damit ihr Erwerb stattfinden kann.</p>
<p><strong>Individuelle Unterschiede</strong></p>
<p>Es gibt individuelle Unterschiede in der Erwerbsrate, zurückzuführen auf Input-Faktoren (einige Schüler haben möglicherweise zusätzlichen Input in der Sprache außerhalb der Schule) und affektive Faktoren. Selbst wenn die &#8220;Regel des Tages&#8221; zufällig dem i+1 für einige Schüler entspricht, wird dies für andere Mitglieder der Klasse nicht so sein.</p>
<p><span class="Apple-style-span" style="color: #000000; font-size: 22px; line-height: 32px;">Nicht-zielorientierter Verständlicher Input: Die Netz-Hypothese</span></p>
<p>Ein bedeutender Zusatz zur Verständnis-Hyothese ist die &#8220;Netz&#8221;-Hypothese: Genügend verständlichen Input vorausgesetzt, werden Wortschatz und grammatische Strukturen, für die der Schüler bereit ist, automatisch bereitgestellt. Mit anderen Worten: &#8220;i+1&#8243; ist automatisch gegeben. In Krashen and Terrell (1983) wurde dies als das Netz bezeichnet: &#8220;Wenn jemand zu Ihnen in einer Sprache, die Sie noch nicht vollständig erworben haben, in der Weise spricht, dass Sie das Gesagte verstehen, &#8216;wirft&#8217; der Sprecher &#8216;ein Netz&#8217; von Strukturen um Ihr gegenwärtiges Kompetenzniveau, Ihr &#8216;i&#8217;. Dieses Netz wird viele &#8216;i+1&#8242;-Instanzen enthalten, also Aspekte der Sprache, die zu erwerben Sie bereit sind.&#8221; (S. 33).</p>
<p>Das gleiche gilt natürlich für das Lesen: Wenn Sie den Text verstehen und genügend von ihm lesen, werden Sie Ihr &#8220;i + 1&#8243; bekommen.</p>
<p>Lassen Sie uns, bevor wir uns den stützenden Indizien widmen, einen Augenblick lang annehmen, dass die Netzhypothese zutreffend ist, und betrachten, wie nicht-zielorientierter verständlicher Input die Probleme des Grammatik-Lehrplans vollständig löst.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong><strong>Das Problem mit der natürlichen Reihenfolge</strong><br />
</strong></span></p>
<p>Nicht-zielorientierter verständlicher Input enthält, gemäß der Netz-Hypothese, diejenigen Aspekte der Sprache, die zu erwerben der Lerner bereit ist. Dies bedeutet, dass wir die natürliche Reihenfolge gar nicht kennen müssen. Stattdessen wird die grammatische Kompetenz als Resultat von nicht-zielorientiertem verständlichem Input in der natürlichen Reihenfolge auftreten.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong><strong>Notwendigkeit von Interesse</strong><br />
</strong></span></p>
<p>Bei nicht-zielorientiertem verständlichen Input gibt es keine Zielstrukturen und keinen Zielwortschatz, die beim Ersinnen von Aktivitäten und Geschichten benutzt werden müssen. Alles ist möglich, solange der Input verständlich und interessant (oder begeisternd) ist.</p>
<p>Die Schwierigkeit, verständlichen und interessanten Input zu gewährleisten, ist das Grundproblem eines beginnenden Sprachunterrichts. Es ist leicht, interessanten, jedoch nicht verständlichen Input aus der realen Welt zu erhalten. Unglücklicherweise neigen Schulen dazu, Input zu geben, der verständlich, aber nicht interessant ist. Es ist schwierig, beides zu geben, interessante Dinge mit begrenztem Wortschatz zu sagen, selbst wenn nicht von einem verlangt wird, ein bestimmtes Vokabular oder eine bestimmte Grammatik zu benutzen.</p>
<p><strong><strong>Leugnung von i + l</strong></strong></p>
<p>Nicht-zielorientierter verständlicher Input löst dieses Problem, der Netz-Hypothese zufolge, leicht: i + 1 ist immer gegeben, wenn genügend Input vorhanden ist.</p>
<p><strong><strong>Das Problem der Wiederholung</strong></strong></p>
<p>Nicht-zielorientierter verständlicher Input bietet auf natürliche Weise Wiederholungen, besonders wenn eine thematische Kontinuität bei den fortschreitenden Aktivitäten und der Lektüre vorhanden ist.</p>
<p><strong><strong>Das Problem der nicht unterrichtbaren und nicht unterrichteten Grammatik</strong></strong></p>
<p>Dies stellt kein Problem für nicht-zielorientierten verständlichen Input dar. &#8220;Nicht lehrbare Regeln&#8221; sind nur ein Problem, wenn das Ziel bewusstes Lernen ist. Zweitsprachen-Lerner waren schon immer in der Lage, Regeln zu erwerben, die nicht unterrichtet wurden oder nicht unterrichtbar waren.</p>
<p><strong><strong>Individuelle Unterschiede</strong></strong></p>
<p>Wenn der Input allen Mitgliedern der Klasse verständlich ist, bekommt jeder was er braucht, selbst wenn i + 1 für jedes Klassenmitglied unterschiedlich ist. Siehe weiter unten die Diskussion zur Herausfilterung von i + 1.</p>
<p><span class="Apple-style-span" style="color: #000000; font-size: 22px; line-height: 32px;">Stützende Indizien</span></p>
<p>Stützende Indizien zur Netz-Hypothese kommen ursprünglich aus dem Erstsprachenerwerb. Die Sprechweise von Bezugspersonen für Kinder ist typischerweise verständlich, aber sie ist nicht &#8220;fein abgestimmt&#8221; auf das aktuelle Sprachniveau des Kindes. In dem Maße, wie das Kind sich sprachlich entwickelt, wird die Sprechweise der Bezugsperson tendenziell komplexer, jedoch nicht in einem exakten Verhältnis dazu: Die Bezugsperson liefert nicht genau die nächste Regel, für die das Kind bereit ist.</p>
<p>Stützende Indizien stammen auch aus Studien, die zeigen, dass die Korrelationen zwischen dem Komplexitätsgrad von Input und den Kompetenzen des Kindes zwar gewöhnlich positiv, aber nicht extrem hoch sind.** Cross (1977) schlussfolgerte, dass &#8220;die Syntax von Müttern, selbst gegenüber schnell sich entwickelnden Kindern, nicht durchgängig dem Kind genau einen Schritt im Hinblick auf linguistische oder psycholinguistische Komplexität voraus ist. Manche Äußerungen bewegen sich auf dem Niveau des Kindes, manche sogar unter diesem und andere sind dem, was das Kind selbst sagen kann, beträchtlich voraus&#8221; (S. 180).</p>
<p>Es gibt keine Studien, die in dieser Genauigkeit Input für Zweitsprachen-Lerner untersucht haben, jedoch wissen wir, dass die Lehrersprache auf das Niveau der Schüler grob-, aber nicht fein-abgestimmt ist (Krashen, 1981). Wir wissen auch, dass Zweitsprachen-Lerner Fortschritte machen, wenn sie mit Muttersprachlern kommunizieren oder authentische Lesetexte lesen (Krashen, 1981, 2004), eine Form von Input, die auf das i + 1 des Lerners gewiss nicht fein-abgestimmt ist.</p>
<p><strong>I + 1 herausfiltern</strong></p>
<p>Darüber hinaus gibt es Beweise dafür, dass Kinder in der Lage sind, sich diejenigen Elemente aus dem Input herauszufiltern, die für ihr Entwicklungsstadium relevant sind, d. h. sie können dasjenige herausfiltern und nutzbar machen, was ihrem i + 1 entspricht.</p>
<p>Erstspracherwerbs-Forscher (Gleitman, Newport and Gleitman, 1984) haben den Zusammenhang untersucht zwischen der Häufigkeit von Ja/Nein-Fragen im Input von Bezugspersonen und der Entwicklung der Verbalphrase mit Hilfsverben. Ein Zusammenhang wurde vermutet, da in Ja/Nein-Fragen im Englischen das Hilfsverb häufig an den Satzanfang gestellt und betont wird, womit es sehr exponiert ist (z.B.: Is John playing the violin? Does Mary have a kite?). Sie fanden heraus, dass die Häufigkeit von Ja/Nein-Fragen in der Tat bei den älteren Kindern ihrer Stichprobe sehr stark mit der Entwicklung der Verbalphrase mit Hilfsverben korreliert (23,9 bis 24,8 Monate, r=.91), jedoch nicht signifikant mit der Entwicklung der Verbalphrase mit Hilfsverben bei den jüngeren Kindern (18,5 bis 12,3 Monate).**</p>
<p>Beide Gruppen erhielten vergleichbaren Input; bei den älteren Kindern entsprach diese Struktur jedoch ihrem i + 1. Bei der jüngeren Gruppe war sie jenseits ihres i + 1. Dies behinderte offensichtlich das Verständnis der jüngeren Kinder nicht, was nahelegt, dass der beste Input für den Spracherwerb ein Input ist, der maximale sprachliche Vielfalt enthält, aber verständlich bleibt.  Solcher Input wird, wie in der Sprache von Bezugspersonen üblich, unvermeidlicherweise auch einigen i + n (Input jenseits des i + 1) in der Form von später zu erwerbenden Grammatikelementen enthalten. Dieses &#8220;Rauschen&#8221; einzuschließen, behindert weder die Kommunikation, noch würde ein Weglassen den Input verständlicher machen. Vielfältiger Input bietet, solange er verständlich ist, dem Lerner bessere Verarbeitungsmöglichkeiten, mehr Gelegenheiten, Strukturen zu hören und zu lesen, die zu erwerben er bereit ist.</p>
<p>Roger Brown fasst diesen Standpunkt treffend zusammen. Nach der Durchsicht von Forschungsmaterial über die Sprechweise von Bezugspersonen mit Kindern gab er diesen Rat als Antwort auf die Frage: &#8220;Wie kann eine besorgte Mutter den Spracherwerb ihres Kindes begünstigen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Glauben Sie daran, dass Ihr Kind mehr verstehen kann als es sagen kann, und versuchen Sie vor allem, zu kommunizieren. Zu verstehen und verstanden zu werden. Ihren Sinn auf das gleiche Ziel zu lenken. Wenn Sie das tun, werden Sie, ohne darüber nachzudenken, 100 oder vielleicht 1000 Modifikationen in Ihrer Sprache und Ihrem Tun vornehmen. Versuchen Sie nicht, diese als solche zu üben. Es gibt kein Regelwerk, wie mit einem Kind zu sprechen ist, das auch nur annähernd an das herankäme, was Sie unbewusst schon wissen. Wenn Sie sich auf das Miteinander-Sprechen konzentrieren, wird alles andere folgen.&#8221; (Brown, 1977, S. 26). Das Gleiche, so meine Hypothese, gilt für den Zweitsprachenerwerb.</p>
<p><span class="Apple-style-span" style="color: #000000; font-size: 22px; line-height: 32px;">Vorschläge</span></p>
<p>Die Netz-Hypothese ist, natürlich, eine Hypothese. Wie alle wissenschaftlichen Hypothesen, kann sie morgen widerlegt werden. Ich schlage hier in aller Bescheidenheit einige Wege vor, nicht-zielorientierten verständlichen Input im Unterricht einzuführen, und zugleich die Hypothese weiter auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.</p>
<p><strong>Im Unterricht</strong></p>
<p>Ich schlage vor, die Auflockerung von Unterrichtsgesprächen und Unterrichtsgeschichten zu erwägen. Im Zentrum von TPRS stand immer, Input zu 100 Prozent verständlich zu machen, so dass die Schüler jedes Wort verstehen und übersetzen können (Ray and Seeley, 2008). Manche Anfänger brauchen, aufgrund von schlechten Erfahrungen in anderen Unterrichten, vielleicht wirklich zu Beginn vollständig transparenten Input, aber es könnte effizienter &#8211; und leichter &#8211; sein, nach und nach den Zwang zur Transparenz zurückzunehmen und nur darauf zu bestehen, dass der Input voll verständlich erscheint. Ich lege damit nahe, dass es in Ordnung &#8211; und sogar wünschenswert &#8211; ist, dass der Input eine kleine Menge &#8220;Rauschen&#8221; bzw. i + n enthält.</p>
<p>Bedenken Sie, dass einige spät erworbene Strukturen nur geringen kommunikativen Wert besitzen. Das -s der dritten Person Singular im Englischen ist beim Input nur schwer zu vermeiden, dennoch wird es erst sehr spät erworben. Englischlerner haben keinerlei Probleme, Input zu verstehen, der dieses -s enthält, weil es nur so wenig zur Bedeutung beiträgt. Dieses -s Anfänger zu &#8220;lehren&#8221; ist nutzlos, weil es spät erworben wird; und den Input zu &#8220;vereinfachen&#8221;, um es zu vermeiden, ist hoffnungslos. Dies kann man testen, indem man die Lehrersprache in nicht-zielorientiertem Unterricht einer Beobachtung unterzieht. Die Netz-Hypothese sagt voraus, dass geeignete Grammatik und geeigneter Wortschatz enthalten sein werden und dass substantieller Spracherwerb stattfinden wird.</p>
<p><strong>Lektüren</strong></p>
<p>Ein bescheidener erster Schritt ist die Schaffung von Lektüren, die nicht auf bestimmte Strukturen oder Vokabular abgestimmt sind. Anstatt Geschichten zu schreiben, die nur jene Elemente enthalten, die unterrichtet wurden oder gerade unterrichtet werden, können Verfasser einfach versuchen, ihre Texte interessant und verständlich zu machen, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen mit Schülern auf Anfängerniveau. Wenn Anfänger die Texte verstehen (und sie auch mögen), dann sind die Texte angemessen; die Netz-Hypothese behauptet, dass genau die richtigen sprachlichen Elemente automatisch enthalten sein werden. Um zu sehen, ob die Netz-Hypothese &#8211; wie oben dargelegt -zutreffend ist, können wir Texte von verständlichen und interessanten Lektüren in dieser Weise analysieren und feststellen, welche Strukturen und welches Vokabular abgedeckt werden. Wir können ebenfalls die Leistung von Klassen, die diese Texte benutzen, mit der von denen vergleichen, die Lektüren verwenden, die auf einen Grammatik-Lehrplan und Wortschatzlisten abgestimmt sind.</p>
<p><span class="Apple-style-span" style="color: #000000; font-size: 22px; line-height: 32px;">Zusammenfassung</span></p>
<p>Die vorliegende Fortführung der Verständnis-Hypothese macht das Leben für Lehrer und Schüler viel leichter und interessanter: Wenn verständlicher und reichlich gegebener Input all jene Strukturen und den Wortschatz enthält, für die der Lerner bereit ist, sind wir von dem Zwang zur Fokussierung auf spezifische Formelemente befreit und können uns ganz auf die Bedeutung konzentrieren, auf die Bereitstellung von Input, der verständlich und begeisternd ist.</p>
<p>Wenn nur das Gefühl vollständigen Verstehens erforderlich ist, wenn Input etwas i + n enthalten darf, müssen wir nicht länger sicherstellen, dass jedes Wort und sogar jedes Morphem vollkommen transparent ist. Wenn, ja wenn in der Tat Input wirklich begeisternd ist, dann ist es wahrscheinlich, dass die Schüler das &#8220;Rauschen&#8221; oder Bruchstücke von unverständlichen und nicht-transparenten Elementen im Input nicht einmal bemerken werden.</p>
<p>*Dank an Contee Seeley für hilfreiche Vorschläge.</p>
<h2>Literaturliste</h2>
<ul>
<li> Brown, R. 1977. Introduction to Snow and Ferguson. In C. Snow and C.  Ferguson (Eds.), Talking To Children. pp. 1-27. Cambridge: Cambridge  University Press.</li>
<li>Cross, T. 1977. Mothers’ speech adjustments: The contribution of selected  child listener variables. In C. Snow and C. Ferguson (Eds.), Talking To  Children. pp. 151-88. Cambridge: Cambridge University Press.</li>
<li>Csikszentmihalyi, M. 1992. Flow: The psychology of optimal experience.  New York: Harper Perennial.</li>
<li>Gleitman, L., Newport, E. and Gleitman, H. 1984. The current status  of the motherese hypothesis. Journal of Child Language 11: 43-79.</li>
<li>Krashen, S. 1981. Second Language Acquisition and Second  Language Learning. New York: Prentice Hall. Available at  <a href="http://www.sdkrashen.com/">www.sdkrashen.com</a>.</li>
<li>Krashen, S. 2004. The Power of Reading. Portsmouth, NH: Heinemann and  Santa Barbara: Libraries Unlimited.</li>
<li>Krashen, S. The compelling input hypothesis. The English Connection (KOTESOL). In press.</li>
<li>Krashen, S. and Terrell, T. 1983. The Natural Approach: Language  Acquisition in the Classroom. Hayward, CA: Alemany Press.</li>
<li>Ray, B. and Seely, C. 2008. Fluency through TPR Storytelling.  Berkeley: Command Performance Language Institute. (Fifth Edition)</li>
</ul>
<p><span class="Apple-style-span" style="font-size: 16px; color: #444444; font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; line-height: 24px;">[** Unschärfen im fachlichen Ausdruck seien dem Übersetzer als Statistik-Laien </span>verziehen.]</p>
<p><strong>Anmerkung: Den amerikanischen Originaltext finden Sie <a title="hier" href="http://dl.dropbox.com/u/1812931/The%20Net%20Hypothesis%20-%20Public.docx" target="_blank">hier</a>.</strong></p>
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		<item>
		<title>5. Klasse &#8211; endlich wieder?!</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 19:58:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Circling]]></category>
		<category><![CDATA[Comprehensible Input (CI)]]></category>

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		<description><![CDATA[Während ich im letzten Jahr in der ausgehenden Mittel- und der Oberstufe experimentierte, überlegte ich auch immer wieder, wie ich in einer fünften Klasse an die Zeit anknüpfen könnte, in der sich die Kinder überwiegend als Gruppe im gemeinsamen Tun &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=230">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während ich im letzten Jahr in der ausgehenden Mittel- und der Oberstufe experimentierte, überlegte ich auch immer wieder, wie ich in einer fünften Klasse an die Zeit anknüpfen könnte, in der sich die Kinder überwiegend als Gruppe im gemeinsamen Tun erlebt haben. Wie könnte sich der Übergang zum individualisierteren Sprechen und bewussteren Lernen organischer vollziehen?</p>
<p>Mit großer Offenheit in der Planung versuchte ich in den ersten Stunden dieses neuen Schuljahres eine wechselnde Mischung aus rhythmischem Teil mit chorischem Sprechen, TPR (siehe zur Einführung <a title="hier" href="http://tprs-for-germany.com/total-physical-response/tpr_total_physical_response.html" target="_blank">hier</a>), Singen, Sprechchor, One-Word-Images und Gespräch über Vorlieben und Hobbys. Dabei wurde schnell deutlich, dass die Sicherheit des Tuns in der ganzen Gruppe noch von nicht zu vernachlässigender Bedeutung ist. Außerdem ist ein organischer Wechsel der Unterrichtsphasen unverzichtbar, um die Konzentrationsspanne nicht zu überreizen und ein &#8220;Ausbrechen&#8221; der unruhigeren Kinder zu vermeiden.</p>
<p>Im rhythmischen Teil wiederhole ich mit dem Spruch &#8220;Voici la tête, les bras &#8230;&#8221; (zu finden auf der Privatseite; Zugang ist <a title="Einladung" href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=310" target="_blank">hier</a> beschrieben)  die Körperteile; danach werden wir das mit den Kleidungsstücken, den Wochentagen, Monaten und Jahreszeiten tun.</p>
<p>Zur Wiederholung und Festigung der wichtigsten Verben und konkreten Gegenstände aus dem Umfeld der Schüler machen wir einige Minuten TPR, zu zweit oder in der Gruppe. Ich gebe Anweisungen, was getan werden soll, mache dabei zu Beginn mit und ziehe mich dann heraus, bereit jederzeit zu helfen. Wir üben immer drei bis vier Dinge neu und kombinieren sie dann mit Bekanntem. Beispiel: &#8220;Saute au tableau noir, prends la craie jaune et dessine un cercle.&#8221; &#8220;Marche à la table du professeur, pose le papier jaune sur le papier rouge et prends le chiffre &#8216;trois&#8217;.&#8221;</p>
<p>Gestalten wir ein &#8220;One-Word-Image&#8221;, z. B. das Wort &#8220;Fisch&#8221; (poisson), so erfrage ich nach und nach seine Größe, seine Farben, seine Eigenschaften (soweit schon möglich), seine Besonderheiten (z. B. &#8220;a un chapeau&#8221; = hat einen Hut) etc., so dass an der Tafel und/oder in der Vorstellung ein lebendiges Bild des Begriffes entsteht. Das Poster mit den französischen Fragewörtern und ihrer Übersetzung ist dabei immer in Reichweite. Dies war eine der Tafelzeichnungen:</p>
<p><a href="http://tprs-for-germany.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild007.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-234" title="Bild007" src="http://tprs-for-germany.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild007-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Jeder Schüler hat auf seinem Namenskärtchen seine Sportart, sein Musikinstrument oder sein Hobby gezeichnet. In jeder Stunde griff ich etwas davon auf: &#8220;Classe, Lina aime les chats!&#8221; (An der Tafel steht dann die Übersetzung, auf die ich zeige.) &#8220;Est-ce que M. Anders aime les chats?&#8221; &#8220;Oui. M. Anders aussi, il aime les chats.&#8221; Nach vielen Fragen nach weiteren Details und Wiederholungen erfrage ich schließlich, ob Lina eine Katze hat und wie sie aussieht. Eine Schülerin skizziert schnell eine Katze und ich ergänze ihre Farbe und, mit einem Augenzwinkern, weitere Accessoires. Zwei Beispiele:</p>
<p><a href="http://tprs-for-germany.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild008.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-235" title="Bild008" src="http://tprs-for-germany.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild008-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p><a href="http://tprs-for-germany.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild009.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-243" title="Bild009" src="http://tprs-for-germany.com/blog/wp-content/uploads/2011/09/Bild009-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Am Schluss der Stunde steht ein Lied, ein Sprechchor oder ein kleines &#8220;Quiz&#8221;: Ich formuliere sieben einfache Aussagen aus der Stunde auf Französisch, die Schüler notieren auf einem halben Blatt jeweils &#8220;OUI&#8221;, wenn die Aussage richtig war, oder &#8220;NON&#8221;, wenn nicht. Eine hohe Erfolgsquote ist beabsichtigt und dient ihrer Bestätigung.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Das Konjugieren von Verben</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 13:34:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Robert Harrell fand auf Wikipedia einen Textauszug, der die Erfahrungen von François Gouin mit dem Erlernen der deutschen Sprache beschreibt. Ich übersetze ihn hier ins Deutsche: &#8220;Im 19. Jahrhundert ging François Gouin nach Hamburg, um Deutsch zu lernen. Auf seiner &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=221">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Robert Harrell fand auf <a title="Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Language_teaching_methods" target="_blank">Wikipedia</a> einen Textauszug, der die Erfahrungen von François Gouin mit dem Erlernen der deutschen Sprache beschreibt. Ich übersetze ihn hier ins Deutsche:</p>
<p>&#8220;Im 19. Jahrhundert ging François Gouin nach Hamburg, um Deutsch zu lernen. Auf seiner Erfahrung als Lateinlehrer gründend, hielt er es dazu für den besten Weg, eine deutsche Grammatik sowie eine Tabelle der 248 unregelmäßigen Verben auswendig zu lernen. Als er zur Akademie ging, um seine neuen Sprachfertigkeiten auszuprobieren, musste er jedoch enttäuscht entdecken, dass er nichts verstand. Bei einem zweiten Versuch lernte er in ähnlicher Weise die 800 häufigsten Wörter der Sprache und wiederholte die Grammatik und die Verbformen. Das Ergebnis war jedoch das gleiche. Während dieser Zeit hatte er sich von den Menschen seiner Umgebung isoliert und versuchte infolgedessen, durch Zuhören, Nachahmung und Konversation mit den Deutschen um ihn herum zu lernen; dabei entdeckte er aber, dass seine sorgfältig konstruierten Sätze einheimische Sprecher oft zum Lachen brachten. Wieder versuchte er einen eher klassischen Ansatz, die Übersetzung, und lernte sogar das ganze Wörterbuch auswendig, ohne allerdings mehr Erfolg zu haben.</p>
<p>Als er nach Hause zurückkehrte, entdeckte er, dass sein drei Jahre alter Neffe Französisch zu sprechen gelernt hatte. Er bemerkte, dass der Junge sehr neugierig war und bei seinem ersten Besuch in einer Mühle alles sehen wollte und die Namen aller Gegenstände nannte. Nachdem er diese Erfahrung still verarbeitet hatte, reaktivierte er seine spielerischen Erfahrungen und sprach über das, was er lernte, mit jedem der es hören wollte oder mit sich selbst. Gouin entschied, dass es bei dem Erlernen einer Sprache um die Umwandlung von Wahrnehmungen in Vorstellungen (Konzepte) geht und man Sprache benutzt, um darzustellen, was man erlebt hat. Sprache ist kein willkürliches Ensemble von Konventionen, sondern ein Weg zu denken und sich eine eigene Vorstellung von der Welt zu machen.  Sie ist kein Konditionierungsprozess, sondern ein Prozess, in dem der Lerner seine Wahrnehmungen aktiv in sprachliche Formen gießt.&#8221;</p>
<p>(http://en.wikipedia.org/wiki/Language_teaching_methods)</p>
<p>Dass das Erlernen einer Fremdsprache kein einfaches Input-Output-Geschehen ist, wird in dieser 200 Jahre alten Erfahrung deutlich. Sprachliche Äußerungen finden stets nur in einem Kontext sozialer Interaktion statt.</p>
<p>Professor Werner Bleyhl stellt dazu in einem <a title="Aufsatz" href="http://creativedialogues.lernnetz.de/docs/1.4Expertenstimmen.pdf" target="_blank">Aufsatz</a> fest, &#8220;dass Sprachenlernen nicht durch  das Pauken von Grammatikregeln und von Listen leerer Vokabelhülsen erreicht wird, sondern durch den Aufbau mentaler Begriffe, wie sie die jeweiligen Sprachgemeinschaften im Laufe ihrer Geschichte entwickelt haben., und dies in Situationen, bei denen Sprache das Verhalten der Beteiligten koordiniert.&#8221;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Abgestufter Umgang mit einer Lektüre</title>
		<link>http://tprs-for-germany.com/blog/?p=208</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 08:28:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Anders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Embedded Reading]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinen siebten Klassen hatte ich mich entschlossen, eine nicht einfache, aber vom Wortschatz her sehr reiche und inhaltlich ansprechende Lektüre zu beginnen: Jacquelin ou le petit marchand de fagots &#8211; die von Alain Denjean bearbeitete Fassung eines Romans von &#8230; <a href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=208">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meinen siebten Klassen hatte ich mich entschlossen, eine nicht einfache, aber vom Wortschatz her sehr reiche und inhaltlich ansprechende Lektüre zu beginnen: Jacquelin ou le petit marchand de fagots &#8211; die von Alain Denjean bearbeitete Fassung eines Romans von 1896. Die Schwierigkeit in schwächeren oder aufgrund ihrer Schulgeschichte nicht genügend vorbereiteten Klassen ist allerdings, dass die Schüler sich schnell mit einer solchen Lektüre überfordert fühlen und innerlich &#8220;abschalten&#8221;.</p>
<p>Üblicherweise hätte ich Abschnitt für Abschnitt den Schülern erst einmal vorgespielt, dann auf Deutsch den Inhalt erfragt, anschließend erinnerte Wörter und Strukturen an die Tafel geschrieben und damit Sätze gebildet; in der nächsten Stunde dann Fragen zum Abschnitt gestellt und beantworten lassen sowie dann eine mündliche Nacherzählung angestrebt, bevor die Schüler den Text überhaupt gesehen hätten. Zwar wissen dann stets alle Schüler über den Inhalt Bescheid; dennoch sind viele oft frustriert, dass sie den Text nicht wortwörtlich verstehen können.</p>
<p>Nach dem Prinzip der &#8220;Embedded Readings&#8221; (siehe ältere Beiträge) machte ich daher den Versuch, den jeweiligen Lektüreabschnitt in drei Stufen zu lesen, ohne den Originaltext wesentlich zu verändern: Auf eine kurze, daher wortschatzmäßig stark reduzierte Fassung folgte eine zweite, ausführlichere, sowie als letztes dann die Original-Buchseite, von der hauptsächlich die schnellen Schüler noch profitieren konnten. Ich habe auch überlegt, die Lektüre der Originalfassung als freiwillige Hausaufgabe für die  leistungsstarken Schüler zu geben.</p>
<p>Erfahrungen: Die Schüler schienen sich mit diesem Vorgehen wohler zu fühlen, die Beteiligung war insgesamt größer. Der Zeitbedarf war vertretbar, da wir nur mündlich arbeiteten (von einer Hausaufgabe pro Woche abgesehen) und während der Lektüre auch keine anderen Aktivitäten durchführten. Je nach Zielsetzung gibt es zu diesem relativ straffen Vorgehen natürlich auch Alternativen, die die Schüler kreativ einbinden und die eigentliche Lektüre in den Hintergrund treten lassen. Dazu später einmal mehr.</p>
<p>Die gekürzten Fassungen für den 1. Abschnitt finden Sie <a title="hier" href="http://dl.dropbox.com/u/1812931/LE%20P%C3%88RE%20MATHIEU.doc">hier</a>.</p>
<p>(Die Originalbuchseite befindet sich auf der Privat-Seite. Um die Privat-Seite anzeigen zu können, müssen Sie für den Blog registriert und als Mitarbeiter (contributor) eingeloggt sein. Informationen dazu finden Sie bei den <a title="Blog-Regeln" href="http://tprs-for-germany.com/blog/?page_id=48" target="_blank">Blog-Regeln</a> oder <a title="Einladung" href="http://tprs-for-germany.com/blog/?p=310" target="_blank">hier</a>.)</p>
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